Katalogtext:

Ralf Gemein

"Raum und Zeit sind die einzigen Elemente, durch die das Leben sich offenbart. Eine Kunst, die das Wesen der Dinge erforschen möchte, muss sich zwangsläufig auf diese Elemente gründen". 

Programmatisch kann dieses Statement von Naum Gabo und Antoine Pevsner für die Bildserien stehen, die der Maler Ralf Gemein uns vorstellt. Dabei erforschen seine Bilder das Wesen der Dinge anhand des grundsätzlich problematisierten Verhältnisses von Individualität und Serialität. Dass die Subjektivität der künstlerisch-malerischen Praxis dabei mit der Stereotypie ihrer objektiven Ausführung konkurriert, gehört ebenso zum Konzept wie die spannungsreich angelegte Beziehung zwischen Linearität und Bildfläche einerseits, sowie der Vielschichtigkeit des bezeichneten Bildraumes andererseits. Dabei interagieren die Motivelemente der benutzten Vor-Bilder mit der offenbaren Zeitlosigkeit ihrer Erscheinung, provozieren damit sichtbar zeitgenössische Vorstellungen und offenbaren so den eigenwertig lebendigen Reiz der Bilder.

Johannes auf der Lake

 

Presseinformation:

Finale bei der "Trendwände"

Die "Trendwände", eine fünfteilige Ausstellungsreihe mit jungen Künstlern, geht in ihre letzte Runde: Diesmal stellen die Medienkünstlerin Anja Kempe, der Maler Ralf Gemein und die Bildhauerin Ellen Berendes ihre Arbeiten vor. Die Ausstellung im Kunstraum Düsseldorf, Himmelgeister Straße 107 e, ist vom 19. bis 28. November zu sehen.

Anja Kempe setzt als Medienkünstlerin auf die kalkulierte Irritation des Betrachters. Ihre interaktive "Piepschau" beispielsweise versetzt den Betrachter in ein ironisches, weil öffentliches Verhältnis zum Objekt seiner Begierde. Andere Arbeiten thematisieren mit unaufdringlichem Humor Erwartungshaltungen und Wahrnehmungsmuster. Für den Kunstraum hat Kempe eine neue Videoinstallation geschaffen.

Der Maler Ralf Gemein entwickelt großformatige ornamentale Tafelbilder, die am ehesten mit Vexierbildern zu vergleichen sind. Schlichte, stilisierte Motive überziehen in serieller Vervielfältigung die Leinwände. Die Verdichtung eines immer gleichen Bildmotivs zu einer Art bewegtem Raster thematisiert die Frage von Individualität.

Ein klassisches Repertoire von Fragestellungen moderner Plastik bestimmt auch die Arbeiten von Ellen Berendes. Ihr künstlerisches Interesse gilt dem Verhältnis von Innenraum zu Außenraum, der Raumgrenze, der Transparenz und dem Leerraum. Gips, Polyesther, Keramik, Styropor und Beton sind die bevorzugten Werkstoffe der Künstlerin. Neben imaginierten Räumen entwickeln sich Arbeiten, die in vorhandene Raumstrukturen eingreifen und diese skulptural interpretieren.(arz)

Veröffentlichung, auch in Auszügen, nur mit Genehmigung des Künstlers.